Möchten Sie in den KI-Suchergebnissen auftauchen? Dann setzen Sie auf die wichtigsten Medien.
Große Sprachmodelle (LLMs) wie ChatGPT werden zunehmend zum Standard-Research-Tool für Journalist:innen, Analyst:innen, Technologieentscheider:innen und selbst Ihren Kumpel Steve, der Blockchain für ein Getränk hält.
Und einen Großteil ihres Wissens beziehen diese LLMs aus Medienquellen.
Was das für Sichtbarkeit und Medienstrategie bedeutet
Laut Studien ist der Anteil von Google-Suchergebnissen in den letzten 12 Monaten um 30 % zurückgegangen, weil immer mehr Menschen Antworten direkt bei Chatbots wie ChatGPT oder Google Gemini suchen. Kein Wunder: Warum durch eine Link-Wand klicken, wenn man direkt eine formulierte Antwort bekommt?
Für Marketing- und PR-Teams verändert sich damit das Spielfeld: Weg von Keywords und Backlinks, hin zu KI-generierten Inhalten.
Quellen wie Wikipedia, soziale Netzwerke, Bewertungsplattformen wie OMR Reviews oder G2, wissenschaftliche Publikationen und vor allem Medienberichterstattung landen direkt in den Antworten von Chatbots wie ChatGPT. Laut Profound, einer Plattform für KI-Antwortsysteme, basieren fast 50 % der ChatGPT-Antworten auf Wikipedia. Reddit trägt knapp 11 % bei, klassische Medienquellen rund 7 %. Doch auch Wikipedia und Reddit beziehen sich vielfach auf journalistische Medien.
Ob direkt oder indirekt: Medienquellen spielen eine zentrale Rolle für das Ökosystem von ChatGPT. Denn Chatbots brauchen vertrauenswürdige Quellen, um korrekte Inhalte zu liefern und in Zeiten von Desinformation bieten Medienberichte diesen wichtigen Vertrauensanker. Wer im Tech-Marketing oder in der Unternehmenskommunikation tätig ist, sollte deshalb wissen, welche Medien besonders oft zitiert, paraphrasiert oder lizenziert werden oder von KI-Modellen schlichtweg gescraped werden.
Aber welche Tech-Medien tauchen nun am häufigsten in ChatGPT-Antworten auf? Um das zu beantworten, habe ich die Quelle selbst gefragt: ChatGPT.
Es geht um mehr als nur Medienpräsenz
Auch wenn Ihre Marke breit in den Medien vertreten ist, heißt das nicht automatisch, dass ChatGPT Ihren Namen nennt. Denn ChatGPT & Co. analysieren, indizieren und paraphrasieren Inhalte teils in Echtzeit. Wenn Sie jedoch in relevanten Medien erscheinen, steigt die Chance, dass Ihre Botschaften bei Fragen wie „Was ist der KI-Trend des Jahres?“ mit auftauchen.
Weitere wichtige Einflussfaktoren für KI-Sichtbarkeit:
- Strukturierte Daten (Schema-Markup): Durch FAQ-, Articlel- oder Product-Markup auf Ihrer Website verstehen Maschinen besser, worum es in Ihrem Content geht.
- FAQ-Content: LLMs beantworten Fragen. Wenn Ihre Inhalte das bereits tun und zwar kurz, klar und gut auffindbar, sind Sie im Vorteil. Das Hinzufügen relevanter FAQs zu Landing Pages und Medienberichten, die SEO-Keywords enthalten, ist ein Gewinn.
- Qualität statt Keyword-Stuffing: Wie bei SEO suchen auch LLMs, die KI-basierte Suchen durchführen, nach vertrauenswürdigem, gut strukturiertem Content. Das bedeutet: Glaubwürdige Quellen, strukturierter Aufbau und saubere Sprache werden bevorzugt. Gut geschriebener Thought Leadership-Content funktioniert weiterhin.
Methodik: Wie wir die Top-Medien ermittelt haben
Zweifellos ist es wichtig, in den richtigen Medien vertreten zu sein, um in KI-Antworten zu erscheinen. Kommen wir also zurück zu meiner zentralen Frage: Welche Tech-Publikationen erscheinen eher in KI-Suchergebnissen?
Ehrlich gesagt, kann ich Ihnen diese Frage nicht mit absoluter Genauigkeit beantworten. (Sorry!)
Leider veröffentlichen OpenAI und ChatGPT keine vollständige Liste der von ihnen verwendeten Quellenangaben. Es gibt also keine übersichtliche CSV-Datei mit allen gesammelten URLs.
Ich kann jedoch Daten aus dem Deep-Research-Tool von OpenAI/ChatGPT sowie aus Sekundärrecherchen nutzen, um eine fundierte Vermutung anzustellen. Anhand dieser Daten habe ich abgeleitet, welche Publikationen sie verwenden. Diese Recherche konzentrierte sich auf:
- Einflussreiche Medien: Medien, die häufig in deutschen Tech-Schlagzeilen präsent sind und von anderen Medien sowie Informationsportalen wie Wikipedia zitiert werden (gemessen an ihrer Sichtbarkeit und Meinungsführerschaft)
- LLM-Content-Deals: Mit wem hat Open AI Verträge abgeschlossen? Wir wissen, wer Lizenzverträge mit OpenAI (und anderen) abgeschlossen hat, sodass deren Inhalte wahrscheinlich priorisiert werden, darunter Newscorp (Wall Street Journal, The Times und Financial Times), Conde Nast (Wired, The New Yorker), Associated Press, Vox Media (The Verge), Axel Springer (Welt, Business Insider, Politico), Der Spiegel, TIME, Fortune, Entrepreneur und weitere. Zweifellos beeinflussen Paywalls und eingeschränkter Zugang durch Publikationen die Quellen, die KIs zitieren werden.
- SEO und Domain-Autorität: Hochrangige Websites werden in KI-Antworten tendenziell häufiger angezeigt – Modelle ahmen die besten Suchergebnisse nach. Viele dieser Ergebnisse sind Medienpublikationen, die in der Regel über eine höhere SEO-Autorität/Vertrauenswürdigkeit verfügen.
- Zitationsmuster: Überprüfung der Inhalte, die in KI-Tools wie Perplexity, Claude, Poe und ChatGPT angezeigt werden.
- Qualitative Analyse: Untersuchung, wie oft diese Quellen in öffentlichen Entwickler-Communities wie Hacker News, Reddit und Substack-Beiträgen auftauchten.
Die Ergebnisse ergaben rund 200 Publikationen, die auf die endgültigen 50 eingegrenzt wurden. Das ist keine perfekte Wissenschaft, aber eine ziemlich solide Übersicht.
Die wichtigsten Tech-Medienquellen für KI-Modelle
Diese Medien erscheinen laut unserer Analyse besonders häufig in KI-generierten Antworten:
- Spiegel Netzwelt
- Zeit Online (Digital)
- Sueddeutsche.de (Digital)
- FAZ (Technik & Motor)
- Tagesschau.de (Wissen & Digitales)
- Focus Online (Digital)
- Heise online
- Golem.de
- Chip.de
- ComputerBild
- t3n
- ComputerBase
- Netzpolitik.org
- ZDNet.de
- Computerwoche
- Horizont.net
- Wirtschaftswoche (Digital)
- Gründerszene / Business Insider DE
- W&V (Werben & Verkaufen)
- Springer Professional (Tech)
- Tagesspiegel Background
- connect professional
- Ingenieur.de (VDI Nachrichten)
- IT-Zoom
- IT-BUSINESS
- Silicon.de
- Futurezone.de
- Netzwelt.de
- Basic Thinking
- Business Punk (Tech & Trends)
- Capital.de (Digital)
- Wirtschaftsforum.de
- CIO-Magazin (Deutschland)
- brand eins
- Innovation Origins (DE)
- silicon.de
- IT-Daily.net
- deutsche-startups.de
- Mac Life
- IT-Mittelstand
- CloudComputing-Insider.de
- BigData-Insider.de
- Security-Insider.de
- eGovernment Computing
- Factorynet.at
- Logistik Heute
- eHealth-Com.eu
- IT-Director.de
- computerweekly.com
- iX (Heise)
Branchen-/Subdomain-Marktführer: Wer hat wo das Sagen?
- KI & Machine Learning: Heise, t3n, Springer Professional
- Cybersecurity:de, Security-Insider.de, IT-Daily
- Cloud & Enterprise-IT:de, ComputerBase, CloudComputing-Insider
- Consumer Tech:de, Mac Life, Netzwelt.de, Connect.de
Wo diese Daten unzureichend sind (aber dennoch hilfreich!),
Einige Einschränkungen sind zu beachten. Erstens erhalten wir keine direkten Quellen von ChatGPT oder Gemini. Da KI-Modelle bekanntermaßen Halluzinationen produzieren, besteht immer eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich ihrer Ergebnisse. Zweitens werden die meisten Modelle anhand eingefrorener Datensätze trainiert. Die Web-Cut-off-Datei von ChatGPT-4 endet Ende 2023, sofern die Inhalte nicht lizenziert sind, sodass es zu Verzögerungen bei den Informationen kommt.
Außerdem weisen die Daten eine inhärente Voreingenommenheit gegenüber der englischen Sprache und den USA auf. Das macht das Einbeziehen globaler Quellen schwieriger. Ab den Top 40 wird es zudem zunehmend problematisch, den Einfluss zuverlässig zu messen, insbesondere, wenn man beginnt, ihn nach Branchen aufzuschlüsseln.
Warum diese Daten dennoch relevant sind:
Diese Liste ist eine Art Heatmap, die Ihnen dabei hilft, Prioritäten für die Medienberichterstattung zu setzen. Sie kann auch als Grundlage für Ihre SEO-, FAQ- und Schema-Strategie dienen und so Ihre Chancen erhöhen, in KI-generierten Antworten zu erscheinen. Darüber hinaus hilft sie Ihnen dabei, zu validieren, wo Sie Inhalte für Ihre Earned-PR-Strategie veröffentlichen (und wiederverwenden) sollten. Wenn Sie bezahlte Medienplatzierungen in Betracht ziehen, ist sie auch dafür ein nützlicher Leitfaden.
Kommunikations- und Marketing-Takeaways: Wie Sie diese Liste nutzen können
Nachdem nun alles dargelegt ist, lassen Sie uns darüber sprechen, wie Sie diese Informationen am besten nutzen können:
- Pitch smarter: Priorisieren Sie Kanäle, die die Maschinen füttern. Das bedeutet nicht, dass andere Publikationen nicht wertvoll sind, aber durch die Fokussierung erhöhen Sie die Chancen, in der KI-Suche erwähnt zu werden.
- Überprüfen Sie die KI-Sichtbarkeit: Stellen Sie ChatGPT/Claude usw. Fragen, die Ihre Kunden stellen könnten. Sehen Sie sich die Antworten an. Finden Sie heraus, welche Fragen potenzielle Kunden und andere Influencer wahrscheinlich stellen werden, und erstellen Sie Inhalte für FAQs, um die Chancen zu erhöhen, dass Sie gefunden werden. Wir wissen derzeit zwar nicht, welche Fragen die Nutzer in ChatGPT eingeben, aber Tools wie SEMRush und KWFinder liefern anhand aktueller Suchdaten gute Hinweise darauf, was wahrscheinlich gefragt wird.
- Erstellen Sie bessere Landingpages: Fügen Sie FAQs, Schemata und konkrete Antworten auf konkrete Fragen auf Ihrer Website und in Ihren Medieninhalten hinzu. Erwägen Sie, am Ende wichtiger Landingpages einige FAQ-Antworten hinzuzufügen, und erstellen Sie FAQ-Seiten, auf denen viele Fragen an einem Ort beantwortet werden.
- Denken Sie über Keywords hinaus: Schreiben Sie so, als würden Sie jemandem etwas erklären, der noch keinen Kaffee getrunken hat. Konzentrieren Sie sich außerdem auf hochwertige Informationen statt auf eine Auswahl von Keywords. Wenn die KI eine wertvolle Antwort auf eine Frage aus einer vertrauenswürdigen Medienquelle findet, sind Sie schon halb am Ziel.
- Investieren Sie in Thought Leadership: Hochwertige Inhalte = Backlinks = Medienpräsenz = Auffindbarkeit durch KI. Auch die Welt der Suchmaschinenoptimierung (SEO) hat sich in diese Richtung entwickelt. Denken Sie darüber nach, welchen Wert Ihre Inhalte den Lesern bieten, statt über Ihr Verkaufsargument nachzudenken. Qualität geht vor Quantität.
FAQs
F: Gibt ChatGPT an, welche Quellen es verwendet?
A: Nein, es gibt keine Quellenangaben, es sei denn, es wird explizit danach gefragt. Selbst dann kann es zu falschen Quellenangaben kommen. Deshalb ziehen wir unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der verfügbaren Daten.
F: Wie kann ich die Sichtbarkeit meiner Marke in KI-generierten Inhalten verbessern?
A: Wenn Sie in Wikipedia und renommierten Medien (insbesondere solchen mit KI-Lizenzvereinbarungen) erwähnt werden, sollten Sie Schema-Markups zu Ihrer Website hinzufügen und gut strukturierte FAQ-Inhalte erstellen.
F: Ist traditionelle PR in einer KI-Welt noch wichtig?
A: Auf jeden Fall. Erwähnungen in den richtigen Medien haben Auswirkungen auf SEO, KI-Inhalte, Analystenbriefings und vieles mehr.
F: Ist diese Liste endgültig?
A: Nein, es handelt sich um eine Momentaufnahme für das Jahr 2025, eine definitive Liste gibt es nicht. Neue Medien entstehen, andere verschwinden. Aber die Muster (Lizenzierung, SEO, Inhaltsstruktur) werden bestehen bleiben.
Abschließende Gedanken: Roboter schlafen nicht, aber sie lesen
Ihre Medienstrategie sollte nicht nur für Menschen optimiert sein, sondern auch für Maschinen. Wer von KI verstanden und zitiert werden will, der muss in den Quellen präsent sein, denen Maschinen am meisten vertrauen und aus denen sie ihre Informationen holen.
Denn wenn KI etwas sagt, glauben die Menschen es. Stellen Sie also sicher, dass das, was die KI sagt, von Ihnen stammt.
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